Gedenkfeier am 24.01.2013 im Linden-Museum, Stuttgart

Der aus Stuttgart stammende Gelehrte, Forschungsreisende und Maler arbeitete nach dem Studium der Theologie und orientalischen Sprachen an der Universität Tübingen als Bibliothekar. 1871 wechselte er an
die neue Kaiserliche Universitäts- und Landesbibliothek in Straßburg, zu deren Direktor er 1900 ernannt wurde. Er war zudem als Honorarprofessor für semitische Sprachen an der dortigen Universität tätig. Hierbei galt sein besonderes Interesse der Epigraphik. Euting, der zahlreiche Sprachen beherrschte, bereiste das östliche Mittelmeergebiet, Nordafrika und 1883/84 das Innere Arabiens. Hierbei legte er rund 2300 km zu Pferd und Kamel zurück. Sein „Tagbuch einer Reise in Inner-Arabien“ wurde publiziert und fand große Aufmerksamkeit. Forschungsreisen in ferne Länder auf der einen Seite, Heimatverbundenheit auf der andere Seite: Euting war langjähriger Präsident des Vogesenclubs und erschloss auch im Schwarzwald zahlreiche Wanderwege. Euting starb am 2. Januar 1913 in Straßburg. Das Linden-Museum verfügt über eine Sammlung von Ethnographica, die Euting auf seinen Reisen erworben hat. Die Straßburger Bibliothek beherbergt den wissenschaftlichen Nachlass des Gelehrten; Tage- und Skizzenbücher werden an der Tübinger Universitätsbibliothek bewahrt. Die Julius Euting-Gesellschaft pflegt das Andenken an den schwäbischen Arabienforscher. Sie möchte durch diese Gedenkfeier und weitere Veranstaltungen in den Jahren 2013/2014 die faszinierende Persönlichkeit Eutings erstmals in seiner Heimatstadt vorstellen. Die Gedenkveranstaltung anlässlich des 100. Todestages von Julius Euting erinnert an einen Menschen und Gelehrten, der in Schwaben und im Elsass lebte und einem wissenschaftlichen wie allgemeinen Publikum seine Forschungsergebnisse und Erfahrungen nahebrachte. Fachvorträge von Referenten aus Deutschland, Saudi-Arabien und Frankreich würdigen Eutings Leben und Werk. Der HiwarChor Stuttgart unter Leitung von Samir Mansour umrahmt die Beiträge mit arabischem Chorgesang und Instrumentalstücken.

Vorträge

Das Orientbild bei Julius Euting – Versuch einer Annäherung
Dr. Hubert Lang, Botschafter a. D., Julius Euting-Gesellschaft

Julius Euting und die Erforschung Arabiens
Prof. Dr. Said F. Al-Said, College of Tourism and Archaeology, King Saud University Riyad, Königreich
Saudi-Arabien
Die Bedeutung von Julius Euting für die semitische Epigraphik und Paläographie: Ein Querschnitt durch seine Beschäftigung mit semitischen Schriften und Inschriften aus drei
Jahrtausenden
Prof. Dr. Régine Hunziker-Rodewald, Faculté de Théologie Protestante, Université de Strasbourg

Die „Sammlung Euting“ des Linden-Museums – eine Entdeckungsreise
Dr. Annette Krämer, Kuratorin Fachreferat Orient, Linden-Museum Stuttgart

 

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